FEIERABENDBIER

FEIERABENDBIER
24. September 2018 Valerie Schmitt

EIN FILM MIT TILMAN STRAUSS, CHRISTIAN TRAMITZ & JULIA DIETZE

AB HEUTE IN DEN KINOS!

BEHIND THE SCENES – THE DUKE GIN IM FILM

Was hat ein Kinofilm mit dem Titel „Feierabendbier“ mit der THE DUKE Destillerie zu tun? Berechtigte Frage! Die Antwort ist ganz einfach: Um den Hauptdarsteller Tilman Strauß auf seine Rolle als Barbesitzer vorzubereiten, hat sich Moritz Billina, unser Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung hinter dem Bartresen, Zeit genommen, um ihm einen Bartender-Crashkurs zu geben. Einen Tag lang haben die beiden gemixt, gerührt, geschüttelt und garniert. Dabei hat Moritz aus dem Nähkästchen geplaudert und Tilman Strauß wichtige Bartender-Tricks mit auf den Weg gegeben. Wir durften uns schon mal ein paar Szenen aus dem Film zu Gemüte führen und finden, Tilman Strauß macht eine sehr gute Figur hinter dem Tresen! Und so kommt es, dass sich die Barbesucher im Film hin und wieder unseren THE DUKE Munich Dry Gin zu Gemüte führen.

 

FEIERABENDBIER – ein Film über durchzechte Kneipennächte und coole Autos, über die  Umwege der Liebe und der Freundschaft, angesiedelt im urbanen Hipster-Milieu.

 

REGIE Ben Brummer

Genre Komödie

FSK 12

LAND Deutschland

KINOSTART  25.10.2018

LÄNGE 113 min.

FEIERABENDDRINK

Natürlich darf auch ein Drink nicht fehlen. Hier findet Ihr das Rezept zum Nachmixen:

Zutaten:

 

5 cl THE DUKE

1 cl Creme de Violet

3 cl Zitronensaft

2 cl Ananaspuree

2 cl Triple Sec / Orangen Liqueur

 

Vorbereitung Zitronen-Espuma:

 

Zitronenabrieb, ca. 500 ml Zitronenlimonade und Spitze eines Teelöffels Xanthan-Pulver in einen Sahne-Siphon geben, verschließen und aufschäumen. 

 

Zubereitung: 

 

Alle Zutaten auf Eis shaken, in einen Tumbler auf Eis abseihen. Drink mit Zitronen-Espuma, flambierten Pandanblättern und einer getrockneten Zitronenscheibe garnieren. 

DIE HANDLUNG

Barkeeper Magnus (Tilman Strauß) hat mit seiner Vergangenheit abgeschlossen. Seine Ex-Freundin (Korinna Krauss) und der gemeinsame Sohn (Levi Schäfer) leben getrennt von ihm. Die meiste Zeit verbringt Magnus in seiner Bar „Feierabendbier“ und mit seinem heißgeliebten Youngtimer. Als das Auto eines Nachts gestohlen wird, beginnt eine obsessive Jagd nach dem Dieb Bene, die zunehmend aus den Fugen gerät. Mit Hilfe der exzentrischen Designerin Vivian (Julia Dietze) und seiner Kumpels Dimi (Johann Jürgens), Patrick (Jonathan Berlin) und Manfred (Christian Tramitz) lernt Magnus, seinen Schmerz zu überwinden und sich endlich wieder auf neue Bindungen einzulassen.

DIE DARSTELLER

Tilman Strauß als MAGNUS

„Vielleicht bin ich einfach nicht scheiße!“

 

Tilman Strauß (35) war von 2009 bis 2016 festes Ensemblemitglied der Schaubühne Berlin und spielte dort u. a. in Die Nibelungen, Dämonen, Die Kontrakte des Kaufmanns, Antigone, Eugen Onegin, Romeo und Julia, Never Forever und Fear. Im Kino War Er U. A. Zu sehen in Dead (R: Sven Halfar), Die Erfindung der Liebe (R: Lola Randl), Wir waren Könige (R: Philipp Leinemann), Berlin (R: Niki MüLlerschön) Und Lux – Krieger des Lichts (R: Daniel Wild). Er wirkte außerdem in folgenden TV-Produktionen Mit: Tatort – Die Wiederkehr (R: Florian Baxmeyer) und Fanny und Die Gestohlene Frau (R: Mark Mohnheim). 2009 erhielt Tilman Strauss Den Ensemblepreis beim Schauspielschultreffen in Zürich und war 2014 für den Förderpreis Deutsches Kino für seine Arbeit in Wir Waren Könige nominiert.

 

Magnus betreibt die mäßig besuchte Kneipe FEIERABENDBIER. Seit der Trennung von seiner Ex-Freundin ist er resigniert und einsam. Auch den Kontakt zu seinem Sohn hat er abgebrochen, da er es nicht einsieht, mit dem neuen Lebensgefährten seiner Ex um dessen Anerkennung konkurrieren zu müssen. Frustriert und ohne Hoffnung auf eine neue Liebe, widmet er seine ganze Aufmerksamkeit seinem Auto, einem deutschen 80er-Jahre-Youngtimer. Autowäsche, Sitze polieren, Werkstattbesuche und Spritztouren bestimmen sein Leben außerhalb der Bar – bis eines Tages das Auto gestohlen wird!

Julia Dietze als VIVIAN

„Keiner kann was für seinen Charakter.“

 

Ihre ersten Erfahrungen im Kinobereich machte Julia Dietze (36) bei dem auf der Berlinale 2001 uraufgeführten Film Fickende Fische von Almut Getto. Es folgte eine Vielzahl von Kinofilmen, u. a. Soloalbum (R: Gregor Schnitzler), Was nützt die Liebe in Gedanken (R: Leander Hausmann) und 1 ½ Ritter (R: Til Schweiger). Sie übernahm außerdem Hauptrollen in unzähligen Fernsehfilmen, wie in Mädchen Nr.1 (R: Stefan Holtz), Tatort – Architektur eines Todes (R: Titus Selge), Liebes Leid (R: Ulrich Zrenner) und Die Leiden des jungen Werther (R: Uwe Janson). Ihren internationalen Durchbruch hatte sie in dem Science-Fiction-Kultfilm IRON SKY (R: Timo Vuorensola), der 2012 auf der Berlinale seine Premiere feierte.

 

Vivian ist gerade aus New York zurückgekommen, wo sie mit ihrem Ex-Freund als Designerin lebte. Nun will sie endlich ihre eigene Sprunghaftigkeit in den Griff bekommen und mit dem „langweiligen Teil ihres Lebens“ starten. Sie kennt ihre eigenen Schwächen, darunter auch ein Hang zu Destruktivität und sexuellen Eskapaden. Aber im Gegensatz zu Magnus akzeptiert sie diese Schwächen und spricht auch offen darüber. Selbstzweifel und Scham hat sie komplett hinter sich gelassen. Auch wenn sie daher Magnus’ verletzten Stolz kaum nachvollziehen kann, fühlt sie sich ihm verbunden, da sie „beide gescheitert sind“.

Christian Tramitz als MANFRED

„Wenn es überhaupt eine Gegenwart gibt, dann nur, weil die Zeit nicht existiert und alles gleichzeitig passiert.“

 

Christian Tramitz (62) ist seit den 80er-Jahren ausgiebig als Synchronsprecher tätig, u. a. für Eine schrecklich nette Familie, Alf, Findet Nemo, Cars. Erste Medienerfahrungen sammelte er beim Münchener Radiosender Radio Gong als Teil von „Langemann und die Morgencrew“. Dort vertonte er unter anderem zusammen mit Michael Bully Herbig Die Bayern-Cops. Erste Fernseherfahrungen sammelte er 1996 in der auf den Bayern-Cops aufbauenden Fernsehsendung Isar 3. Ab 1997 war er zusammen mit Michael Bully Herbig und Rick Kavanian als Schauspieler und Autor festes Mitglied der Bullyparade. Er spielte außerdem in Kino- und Fernsehfilmen und Serien mit, u. a. in Hubert und Staller (R: diverse), Altes Geld (R: David Schalko), Der Schuh des Manitu (R: Bully Herbig), (T)Raumschiff Surprise (R: Bully Herbig), Keinohrhasen (R: Til Schweiger) und Bullyparade – Der Film (R: Bully Herbig). Er gewann mit seinen Schauspielkollegen Michael Bully Herbig und Rick Kavanian den Bambi und den deutschen Comedypreis.

 

Manfred war schon Stammgast im FEIERABENDBIER, noch bevor Magnus die Kneipe übernommen hat. Er sitzt immer auf dem gleichen Platz und trinkt Rüscherl. Manfred hat ein wildes Leben hinter sich, hat auf jedem Kontinent ein Kind gezeugt (außer Australien) und verbringt nun einen ärmlichen, aber selbstzufriedenen Lebensabend. Er beschäftigt sich mit okkulten Themen wie Astrologie, Tarot und morphogenetischen Bewusstseinsfeldern. Zudem behauptet er, Kontakte zum Geheimdienst zu besitzen. Manfred sieht sich als Universalmensch, der glaubt, dass alles miteinander zusammenhängt und einen tieferen Sinn hat.

DER REGISSEUR IM INTERVIEW

Ben Brummer – Absolvent der Filmhochschule München, Regisseur, Werbeproduzent & Drehbuchautor

Wie war die Zusammenarbeit mit den Schauspielern?

Wir haben viel geprobt und uns über Monate hinweg immer wieder getroffen und ausgetauscht. Es wurde viel Bier getrunken. Ich würde sagen, wir hatten ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Da wir eben eher klassisch gearbeitet haben, mit festen Kameraeinstellungen und Positionen, die man beim Spielen genau treffen musste, war es wichtig, dass gewisse Dynamiken zwischen den Figuren sich auch zwischen den Schauspielern ergeben. Das hat gut funktioniert. Dass wir aus Budgetgründen keine getrennten Aufenthaltsbereiche hatten, war zwar manchmal anstrengend, aber für den Film durchaus produktiv.

Es heißt, Sie hätten 20 Jahre Feldforschung in deutschen Kneipenbetrieben, um das Drehbuch zu schreiben?

Das ganze Leben ist Feldforschung. Als Filmemacher ist man idealerweise ständig auf der Suche nach einer möglichen Verwertbarkeit des Alltags. Theoretische Probleme sind filmisch uninteressant.

Dafür behandelt Ihr Film aber viele theoretische Fragen. Allein die ganzen Heidegger-Zitate!

Es geht aber in dem Film nicht um den Inhalt oder die Bedeutung dieser Zitate. Sie sind austauschbar. Die Lust am Denken und Philosophieren ist etwas Alltäglich-Menschliches. Wir haben uns für Heidegger entschieden, weil seine Sprache etwas Phantastisches, Träumerisches hat, eine eigene Ästhetik.

Der Alltag ist für Sie das Maß aller Dinge?

Der Alltag, wie ihn das Individuum erlebt. Der Mensch ist heute sein eigener Heros. Die Heldenreise, also dieses dramaturgische Konzept, das alle Drehbuchautoren kennen, ist über den Filmkonsum der letzten Jahrzehnte zum Maßstab des Menschseins geworden. Der Mensch will sich selbst als Eroberer, Entdecker, Abenteurer erleben. Ich glaube, dies ist auch der Hauptantrieb für die photographische Selbstdarstellung auf den sozialen Netzwerken. Das eigene Leben soll zum Film werden.

Mussten Sie aufgrund des Budgets nicht viele Kompromisse machen?

Im Kompromiss liegt immer eine Chance. Man muss ja als Regisseur auch aufpassen, dass man nicht nur den eigenen Geschmack durchdrückt. Und auch die anderen Departments profitieren davon. Wenn alles perfekt ist, die Locations, die Ausstattung, das Kostüm, dann wirkt das unnatürlich und dann wirken auch die darin agierenden Figuren leblos und abgeschmackt – wie in einer Werbung. Oft habe ich festgestellt, dass neue Ideen, die eigentlich als Kompromiss entstanden sind, besser waren als die ursprünglichen.

Hat der Film autobiographische Züge?

Eigentlich sehe ich mich mehr als Universalmenschen, so wie Manfred. Aber natürlich, auch die Hauptfigur entspricht mir. Ich würde mich in seiner Situation vielleicht ähnlich verhalten. Der soziale Rückzug, die Flucht in die eigene Welt, auch die Abgrenzung vom omnipräsenten Liebes- und Sexzirkus.

In Ihrem Film wird behauptet, Sex sei der Antrieb für jegliches Handeln. Gilt das nicht für die Hauptfigur?

Nein. Es gilt auch nicht für Dimi, die Figur, die das im Film behauptet. Ganz im Gegenteil. Da wir heute in eine geistig leere, also inhaltslose Welt hineingeboren werden, dient jegliches Handeln des Menschen zur Schaffung einer Identität. Stichwort Selbstwerdung. Alles, was wir tun, tun wir, damit wir etwas werden. Der Mensch ist seines sozialen, familiären, historischen oder regionalen Kontexts beraubt. Alles ist egal. Das Handeln, die Tat, ist die einzige Chance, die wir haben, herauszufinden, wer wir sind und wozu wir da sind. Das geschieht durch Reisen, Arbeit, Mode, Produkte oder eben durch Sex. Er ist aber nur Mittel zum Zweck. Fast niemand interessiert sich wirklich für Sex. Er ist gewissermaßen nur noch Ausdruck unseres Narzissmus. Ich denke, dass das bei genauerem Hinsehen bei der Filmszene im Swingerclub auch deutlich wird.

Das klingt nach Gesellschaftskritik …

Ist es aber nicht. Die Suche nach Identität ist heute Aufgabe des Menschen, so wie es früher ein frommes, gottgerechtes Leben war. Man muss sich nur darüber klarwerden, dass die gesellschaftlichen Konventionen nicht immer hilfreich sind, wenn es darum geht, ein authentisches Selbst zu werden. Wenn ich nur kopiere, was andere bereits kopiert haben oder den leeren Versprechungen der Werbung glaube, dann finde ich keine Identität, sondern gewissermaßen nur eine leere Hülle davon.

Ist Magnus, die Hauptfigur Ihres Films, auf der Suche nach Identität?

Ja. Er leidet unter verletztem Stolz, das ist ein Ego-Problem. Eine echte Identität ist unangreifbar. Sie beinhaltet ja auch das Scheitern und die eigenen Unzulänglichkeiten. Aber Magnus, der als Familienvater gescheitert ist, verlagert seine ganze Identität auf seinen SEC. Das ist ein schönes Auto, keine Frage. Aber es ist halt nur ein Auto. Das ist kein ausreichender Lebensinhalt.

Hat das Konsequenzen für Sie als Filmemacher?

Natürlich. Die Grenzen zwischen Mythos und Alltag lösen sich auf. Die Helden von heute sind die Busfahrer, Saunameister und Sekretärinnen. Ich kann heute jeden Menschen nehmen, wie gewöhnlich sein Leben auch erscheinen mag, und ein homerisches Epos daraus machen. Dabei halte ich aber eine naturalistische Darstellung mit Wackelkamera und improvisierten Texten für kontraproduktiv, weil das ja der Eigenrezeption des menschlichen Alltags widerspricht. Wenn Sie auf einer holprigen Straße unterwegs sind und ihr ganzer Körper wackelt, nehmen Sie ja ihren eigenen Blick trotzdem nicht verwackelt war. Auch erleben Sie ein gutes Gespräch mit klaren, wohlformulierten Sätzen intensiver als einen improvisierten Schlagabtausch, bei dem geredet, aber nichts gesagt wird. Damit der Alltag zum Film wird und der Alltagsmensch zum Helden, müssen er und sein Umfeld entsprechend stilisiert, überhöht und teilweise auch karikiert werden.

Ist das ein spezifisch männliches Problem?

Bei Autos betrifft es natürlich meistens Männer. Frauen haben typischerweise andere Fetisch-Objekte, zum Beispiel Schuhe. Bei ihnen herrscht aber aktuell eine Art Aufbruchstimmung, eine Liebedich-selbst-Kampagne, die bei der Identitätssuche enorm hilfreich ist. Die Debatten um Achselhaare,Hüftspeck, sexuelle Entfaltung und Karrierechancen sind letztlich Identitätsfragen. Es sind Selbstzweifel. Die Schuld daran wird im Feminismus, bei der Gesellschaft oder direkt bei den Männern gesucht. Natürlich ist die Gesellschaft daran schuld, weil unser individualistisches Menschenbild direkt in die Vereinsamung und damit zu Selbstzweifeln führt. Das betrifft aber auch die Männer! Leider behandelt der öffentliche Diskurs von den Medien bishin zum Bundestag fast ausschließlich weibliche Probleme. Männer haben diese Debatten nicht. Sie können sich einen Bart wachsen lassen und Bier trinken. Ich habe das Gefühl, dass die meisten Männer gar nicht mehr wissen, wofür sie eigentlich gut sind.

Ihr Film liefert darauf aber auch keine Antwort …

Der Film handelt nur davon, wie Magnus sein altes Ego abstreift und sich für Neues öffnet. Das kann ich letztlich jedem Mann und auch jeder Frau empfehlen. Und das zu evozieren, ist meines Erachtens auch die Aufgabe von wahren Freunden, wenn man das Glück hat, solche zu haben. Die meisten sogenannten Freunde treffen sich entweder für einen Ego-Battle (mein Haus, mein Boot, meine Frau) oder um sich gemeinsam in einer Ego-Blase zu suhlen (wie zum Beispiel bei einer Fußball-WM). Echte Freunde haben ein reales Interesse – nicht am Ego des anderen und vor allem nicht an seinem Status Quo, sondern an seiner Entwicklung. Ein Freund will Sie wachsen sehen. Und er hilft Ihnen, dass Sie es tun. Dieses Ideal gilt im Übrigen auch für Partnerschaften.

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