10 Jahre THE DUKE Destillerie

10 Jahre THE DUKE Destillerie
28. August 2018 Valerie Schmitt

DER HERZOG BEZIEHT SEINE NEUE RESIDENZ

Die Schnapsidee

Kaum zu fassen, dass es bereits 10 Jahre her ist, dass die beiden Gründer der THE DUKE Destillerie der bislang trostlosen deutschen Gin-Landschaft eine bayerische Variante des Wacholderdestillats präsentierten. Dass aus ihrer Schnapsidee ein Unternehmen mit 10-jähriger Firmenhistorie werden würde, dämmerte den beiden damals vermutlich noch nicht. Das Thema Gin befand sich zum Zeitpunkt der Gründung ohnehin noch im tiefsten Dornröschenschlaf und von einem bevorstehenden Gin-Hype, wie man ihn in den letzten Jahren beobachten konnte, wagten die beiden nicht mal zu träumen. Dennoch ließen sie unbeirrt Herzblut und Schweiß in die Entwicklung ihres Gin-Rezepts fließen und wagten das Undenkbare: Die beiden Geschichtsstudenten mieteten eine Wohnung im Herzen Münchens und ließen eine Kupferdestille mit 150 Litern Fassungsvermögen anfertigen, um ihren ganz eigenen Gin zu produzieren. Wie sagt man so schön? Der Rest ist Geschichte!

 

Die Anfänge

Schauplatz dieses ungewöhnlichen Vorhabens war eine kleine 2-Zimmer-Wohnung in der Münchner Maxvorstadt. Dort produzierten die beiden Gründer ihren Gin anfangs zu zweit – jeder Schritt war Handarbeit: Mazeration, zweifache Destillation und Filtration, Abfüllung, Etikettieren, Verpacken und Ausliefern.

Schon bald wurde die Nachfrage so groß, dass sich die beiden Unterstützung holen mussten. Erste Angestellte der Destillerie war Kordula, die sich seither um das Finanz- und Rechnungswesen kümmert. Da der Platz in der kleinen Wohnung denkbar begrenzt war, freuten sich die beiden Gin-Pioniere um so mehr, als sie die Möglichkeit bekamen, die Abfüllung und Verpackung sowie das Lager nach unten in den Keller der Wohnanlage zu verlagern. In diesen Bereichen wurden sie zudem von tatkräftigen Werkstudenten unterstützt.

Durch den engen Kontakt zu Gastronomen und Spirituosen-Händlern, sprach sich die Neuigkeit des ersten Münchner Gins schnell herum und erste Großkunden, wie Manufactum und Galeria Kaufhof konnten gewonnen werden.

Das Platzproblem

Man muss sich einmal bildlich vorstellen, was es bedeutete, den kompletten Herstellungsprozess, die Lagerung und den Versand des Gins im Herzen der weiß-blauen Metropole zu meistern. Schon alleine die Anlieferung der Flaschen stellte eine große Herausforderung dar. Der LKW-Fahrer hatte in der sehr belebten Barerstraße schon damit zu kämpfen, zur Wohnanlage zu gelangen, in der sich die Destillerie befand und einen Platz zum Abladen zu finden. Doch damit war es noch lange nicht geschafft! Da es natürlich keinen Lastenaufzug gab, musste die Palette zunächst auf dem Gehsteig vor dem Kellerfenster der Destillerie abgestellt werden, damit sie nach und nach von einer Person abgebaut werden konnte. Die einzelnen Flaschen wurden einem zweiten Mitarbeiter durch den Kellerschacht überreicht, der sie dann wieder auf eine Palette im Inneren des Gebäudes stapelte. Auch die Auslieferung bzw. der Versand des fertigen Gins war schweißtreibende Arbeit: Treppe rauf, Treppe runter, Treppe rauf, Treppe runter…

Über die Jahre wurde das Team weiter aufgebaut: Ilka, eine der ersten Mitarbeiterinnen, übernahm die Kundenbetreuung. Für die Bereiche Marketing und Vertrieb wurde Lena eingestellt, die wiederum nach und nach weitere Teammitglieder dazu holte. Irgendwann wurde der Destillerie sogar die Ehre zu Teil, einen Auszubildenden zum Destillateur unter ihre Fittiche zu nehmen.

Der begrenzte Platz erforderte Kreativität im Destillerie-Alltag! So wurden Fotoshootings zum Beispiel kurzerhand dort aufgebaut, wo eben Platz war – drinnen wie draußen.

Meetings und andere Tätigkeiten fanden von Kisten eingekesselt oder gleich draußen im Hinterhof statt. „Anstrengend!“, denkt Ihr jetzt? War es, aber eben auch schön! Die Situation passte ohnehin sehr gut zur vorherrschenden „Hands-on“ -Mentalität.

„Das Flair war großartig. Die Enge zwang uns zur Dauerimprovisation. Meetings wurden z.B. im Sommer meist in unserem wildromantischen Hinterhof abgehalten, auf Klappstühlen. Wichtigere Treffen wurden ins nahe gelegene Barer Café oder zum Chinesen ausgelagert. Das nachgerade „Entdecken der Destillerie“ hat den Besuchern immer Spass gemacht. Die Assoziation mit einem „Breaking Bad“ Labor war eine beliebte Metapher.“ (Gründer Max)

Wie man sich vorstellen kann, war schnell jeder Quadratzentimeter der kleinen Wohnung ausgelastet und auch der geliebte Innenhof bat nicht mehr genug Ausweichmöglichkeit. So wurde einige Straßen weiter ein weiteres Büro angemietet, wohin Gründer Max und die Mitarbeiter des Marketings und Vertriebs umzogen. Obwohl man froh darüber war, etwas mehr Platz gewonnen zu haben, war die Enttäuschung über die räumliche Trennung des Teams natürlich spürbar.

„Da wir aus Platzgründen ein extra Büro am Elisabethplatz anmieten mussten, sah man mich mit Leihfahrrad einhändig fahrend und der anderen Hand Carlo balancierend öfter die Barer Straße entlang kurven.“ (Gründer Max)

Der Umzug

Die Herausforderungen, die sich dem Team stellten, wurden immer größer und der kleine Kupferkessel namens „Carl“ brodelte tagein tagaus, um der stetig wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Bei einer Dauer von 6 Stunden pro Destillation war die Kapazitätsgrenze bei täglichem Destillieren bald erreicht und es wurde immer klarer, dass der Herzog unter den Gins eine neue Residenz benötigte. So begann die Suche nach einem geeigneten Objekt. Bis endlich eine geeignete Immobilie gefunden war, vergangen nahezu 2 Jahre, aber wie hat sich das Warten gelohnt! In einem idyllischen Backsteingebäude, ehemals eine Kartoffelbrennerei, in Aschheim vor den Toren Münchens sollte die Vision einer „Gläsernen Destillerie“ realisiert werden: Ein gintastischer Ort, der alle Gin-Fans von nah und fern, aber auch Neugierige willkommen heißt und Platz für Führungen, Verkostungen sowie einen eigenen Destillerie-Laden bietet. Bevor dieser Traum allerdings in Erfüllung gehen konnte, musste erstmal ordentlich renoviert werden. Doch seht selbst:

„Als dann endlich der Umzug in schnellen Schritten vollzogen wurde (die Not zwang uns den alten Standort beschleunigt zu verlassen), habe ich das persönlich als erleichternd und gleichzeitig hoffnungsvoll empfunden. Auf zu neuen Ufern, war die Lösung.“

(Gründer Max)

Im Laufe der Renovierungsarbeiten entschied sich Gründer Daniel aus persönlichen Gründen dazu, das Unternehmen zu verlassen und so zogen Gründer Max und das THE DUKE Team Anfang 2017 in die neue Heimstatt. In der neuen Residenz angekommen, waren auch endlich alle Mitarbeiter der THE DUKE Destillerie unter einem Dach vereint und auch der kleine Carl bekam Gesellschaft: Für die neue Produktionsstätte wurde eine zweite Destillieranlage, aus Kupfer namens „Der Große Carl“ angefertigt, die ein Fassungsvermögen von 1.000 Litern hat, sozusagen der große Bruder des kleinen Carl. Um dem Produktionsteam auch bei der Abfüllung, Etikettierung und Verpackung unter die Arme zu greifen, wurden zudem weitere Maschinen angeschafft.

Die Verwirklichung

Durch die gesteigerte Effizienz der Arbeitsschritte blieb auch wieder mehr Zeit, um sich der Produktentwicklung zu widmen und so wurden im Herbst 2017 gleich zwei neue Gins aus dem Hause THE DUKE präsentiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten: THE DUKE Wanderlust Gin und THE DUKE Rough Gin.

Foto: Alex Heitz (Malandro-Photodesign)

Die durch den Umzug neu entfachte Wanderlust und Heimatliebe kommen im THE DUKE Wanderlust Gin zum Ausdruck, der neben den Klassikern, wie Wacholder, Pomeranze und Koriander, v.a. durch Kräuter und Blüten aus dem Alpenvorland verfeinert wurde. Hopfenblüten und Malz durften natürlich auch in diesem Destillat nicht fehlen.

Der THE DUKE Rough Gin zeigt, wie die Wertschätzung eines jeden einzelnen Botanicals beim tagtäglichen Umgang wächst. Dieses Destillat ist der Wacholderbeere gewidmet, die durch die Reduktion auf insgesamt nur 5 Zutaten noch mehr Raum bekommt, um ihr Aroma zu entfalten. Dadurch eignet sich dieser Gin hervorragend zum Mixen, da die starke Wacholdernote in der Mischung nicht untergeht.

Doch nicht nur mehr Raum für Kreativität hat das THE DUKE Team durch den Umzug hinzugewonnen, sondern auch mehr Platz, um Gäste zu empfangen. Besucher, die in den Destillerie-Laden kommen, können durch eine verglaste Wand direkt in das Herzstück der Destillerie, die Produktion, blicken, ein Tasting Raum lädt zur Purverkostung der Destillate und zum Genießen von Longdrinks ein und auch bei Führungen muss nicht mehr über Kisten geklettert werden.

Der Tag der offenen Tür

Oh wie ist die Freude groß – über das was wir bisher erreicht und erlebt haben, über unsere treuen Partner, Kunden und Fans, über frisch gebackene Gin-Enthusiasten, über unsere neue wundervolle Residenz und über alles, was noch kommen mag!

Wir wollen uns ganz herzlich bei Euch für Eure überwältigende Unterstützung während der letzten 10 Jahre bedanken! Dass sich unser THE DUKE Munich Dry Gin von einem Gin-Pionier zu einem deutschen Gin-Klassiker entwickeln konnte, wäre ohne Euch niemals denkbar!

Deshalb laden wir Euch recht herzlich zu uns in die Destillerie ein, um mit uns zu feiern und anzustoßen. Hier gibt es mehr Informationen zum Event.

Wir freuen uns schon wahnsinnig auf Euch!

 

Gin Gin auf die nächsten 10 Jahre!

 

Comments (0)

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*